Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille - Schlaglichter aus dem Leben der Berliner Strafverteidiger und Berichtenswertes aus Sicht eines Anwaltes

You made my day!

Dienstage gelten bei mir als Irrentage.

Der letzte Posteingang des Tages rettet mir jedoch nicht nur den Tag, sondern die ganze Woche – ach was, den ganzen Monat!

Ich habe einen der Steuerhinterziehung Verdächtigen verteidigt, der für mich nicht mehr erreichbar ist, vielleicht hat er sich abgesetzt. Seit Jahren bin ich der Ansicht, daß der Verteidiger, der eine Vollmacht vorlegt, in der Regel einen Kunstfehler begeht. Einzelheiten dazu finden Sie auf unserer Seite , auch auf diesem Blog und der Kollege Hoenig wird nicht müde, es gebetsmühlenartig immer wieder zu wiederholen, und das Thema hat sogar einen eigenen Blog.

Die Steuerfahndung fordert also die Vollmacht an. Ich verweise auf unsere Seite und tatsächlich druckt die Steuerfahndung die Seite aus, nimmt sie zur Akte und fordert nicht weiter die Vorlage der Vollmacht, die Sache wird an das Amtsgericht abgegeben, das einen Strafbefehl erläßt und mir zustellt.

Ich will ein lieber Verteidiger in Steuerstrafsachen sein und weise das Gericht daraufhin, daß ich nicht Zustellungsbevollmächtigter bin und sich keine Vollmacht in der Akte befindet (dort ist ja unter anderem die diesbezüglich Korrespondenz mit der Steuerfahndung und der mehrseitige Ausdruck unseres Beitrages aus der Website). Daraus folgt, daß der Strafbefehl wohl nicht rechtskräftig werden kann.

Die Antwort des Gerichtes besteht aus einem Satz:

In der Strafsache gegen Rudi Ratlos wird um Übersendung der Vollmacht gebeten.

Zur Vermeidung einer längeren Brieffreundschaft werde ich wohl nicht antworten.

Kategorie: Allgemein Geschrieben: Dienstag, 04.05.2010 um 20:06 von | Comments (3)

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3 Kommentare

  1. Reaktion von RA JM:

    Trotz vorbeschriebener Korrespondenz mit der Steuerfahndung dem Verteidiger zuzustellen, ist schon dummuntunlich. Dann aber auf entsprechenden Hinweis der Verteidigung noch um Vorlage einer Vollmachtsurkunde zu bitten, um so nachträglich eine wirksame Zustellung hinzufrisieren, eher dreist. 😉

    4. Mai 2010 @ 20:25
  2. Reaktion von Denker:

    Wie lange dauert es noch bis zur Verjährung?

    4. Mai 2010 @ 22:36
  3. Pingback from Ich bin bei den Guten! | Dr. Schmitz & Partner – intern:

    […] unreflektierte Vollmachtsvorlage ist ein Kunstfehler. Siehe nur hier: VollMachtsBlog, hier: You made my day und eine weitere umfangreiche Zusammenstellung: Last not […]

    22. Oktober 2011 @ 12:19
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