Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille - Schlaglichter aus dem Leben der Berliner Strafverteidiger und Berichtenswertes aus Sicht eines Anwaltes

„Urteil aufzuheben“

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Kategorie: Anwaltsetiquette,Editor's Choice Geschrieben: Dienstag, 23.03.2010 um 11:56 von | Comments (10)

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10 Kommentare

  1. Reaktion von RA JM:

    Diese Feinheit kannte auch ich noch nicht, vielen Dank. 😉

    Ein weiterer dankbarer Kandidat: Antrag auf Anerkenntnisurteil „gem. § 307 Abs. II ZPO“ – schon lange aufgehoben und seither von Amts wegen zu entscheiden.

    23. März 2010 @ 13:10
  2. Reaktion von AnotherOne:

    Der richtige Antrag des Berufungsbeklagten lautet aber nicht: „…, das am XX.XX.XXXX verkündete Urteils de… …-gerichts – XX C/O XXX/XX – zu bestätigen.“, sondern: „…, die Berufung zurückzuweisen.“, § 539 Abs. 2 S. 2 a.E. ZPO

    23. März 2010 @ 13:21
  3. Reaktion von Brandau:

    @RA JM

    Ich lasse den Antrag auf Anerkenntnisurteil auch weg, aber es gibt durchaus Richter, die das nicht wissen und dann kein Anerkenntnisurteil erlassen. Die Regelung ist ja erst von 2004.

    23. März 2010 @ 14:31
  4. Reaktion von RA Jede:

    @ AnotherOne:
    Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Die Regelung § 539 II ZPO betrifft doch nur das Verfahren bei säumigen Beklagten.

    23. März 2010 @ 15:08
  5. Reaktion von cledrera:

    Jetzt mal einen etwas provokanten Ball ins Spielfeld:
    Der Berufungskläger hat Unrecht, was er aber nicht einsieht und weshalb er Abänderung des erstinstanzlichen Urteils nach seiner (kokretisierten) Vorstellung beantragt. Der Berufungsbeklagte verteidigt das erstinstanzliche Urteil. Er wendet sich mittels Sach- und Rechtsantrag gegen die Berufung, das erfolgt schriftlich, worauf er sich im Rahmen der mündlichen Verhandlung protokolliert bezieht.
    Ende des Falls.
    Frage: Hätte der Berufungsbeklagte etwas beantragen müssen?

    23. März 2010 @ 17:22
  6. Reaktion von AnotherOne:

    @ RA Jede

    Zugegeben, eine Vorschrift, aus der sich für die Entscheidung durch Urteil ergibt, dass auf eine erfolglose Berufung ihre Zurückweisung auszusprechen ist und nicht die Bestätigung des angefochtenen Urteils, gibt es nicht. Darum mein Verweis auf die Vorschrift, die das Versäumnisverfahren betrifft. In § 540 Abs. 1 Nr.2 ZPO geht es jedenfalls auch nur um die Begründung und nicht um die Urteilsformel.

    Ein weiterer Hinweis ergibt sich auch aus § 522 Abs. 2 ZPO. Dort ist von einer Zurückweisung der Berufung die Rede.

    Schließlich kommt noch der Gedanke hinzu, dass ein Urteil auch zu Gunsten des Berufungsführers falsch sein kann. Hier wäre es merkwürdig, wenn der Berufungsbeklagte beantragen sollte, das angefochtene Urteil zu bestätigen.

    23. März 2010 @ 17:34
  7. Reaktion von AnotherOne:

    @ cledrera

    Der Berufungsbeklagte hat sich doch nach Ihrem Fall gegen die Berufung mit einem Sachantrag gewandt, sodass mir nicht das Problem einleuchtet.

    Im Übrigen sind Prozesserklärungen immer auszulegen, sodass man im Zweifel in jedem Fall zu einer Antragstellung kommen dürfte.

    23. März 2010 @ 17:39
  8. Reaktion von RA Jede:

    @ AnotherOne:
    Überzeugend!

    24. März 2010 @ 11:32
  9. Reaktion von Mehmed:

    Ich arbeite als Übersetzer an der Übersetzung einer türkischen Berufung.

    Dort heißt es:
    OT= Karar, yasa ve yerlesmis ictihatlara aykiri olmakla bozmayi gerektirir.

    Wortwörtliche Übersetzung:
    Das Urteil weicht vom Gesetz und der Rechtsprechung ab, daher muss es annuliert werden.

    Meine Lösung:
    Das Urteil widerspricht geltendem Recht und gültiger Rechtsprechung, daher ist es aufzuheben.

    19. Februar 2017 @ 11:26
  10. Reaktion von RA Jede:

    Warum gefällt Ihnen denn die wörtliche Übersetzung nicht? Mir scheint sie passender als die interpretierende Übersetzung.

    20. März 2017 @ 15:08
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