Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille - Schlaglichter aus dem Leben der Berliner Strafverteidiger und Berichtenswertes aus Sicht eines Anwaltes

Frage an die Pflichtverteidigerin

Sie bekommen die Abschrift eines Schreibens Ihrer Pflichtverteidigerin an das Gericht. Das Schreiben beginnt mit den Worten:

bedanke ich mich für die Beiordnung …

Nun ist es spätestens an der Zeit, Ihre Verteidigerin zu fragen, was sie damit meint!

  • Danke, liebes Gericht, daß Du Recht angewandt hast?
  • Danke, liebes Gericht, daß Du mich zur Verteidigerin bestellt hast; ich bin auf Pflichtverteidigungen angewiesen?
  • Danke, liebes Gericht, ich werde mich erkenntlich zeigen und die Verurteilung meines Mandanten treu begleiten?

Das ist es natürlich nicht, sondern eine reine Höflichkeitsfloskel, wird Ihre Verteidigerin berichten. Um den Regeln des Anstandes, den geltenden Umgangsformen Genüge zu tun.

Sie wird Ihnen – vielleicht – auch ein Schreiben an die Bußgeldbehörde in eigener Sache zeigen:

bedanke ich mich für die Übersendung des Bußgeldbescheides und lege Einspruch ein …

Kategorie: Allgemein,Berufsrecht,Justiz Geschrieben: Dienstag, 10.06.2014 um 16:48 von | Comments (4)

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4 Kommentare

  1. Reaktion von RA JM:

    … bedanke ich mich für diesen Beitrag und wähle die dritte Alternative. 😉

    (Denn wenn das nicht so wäre, würde die Kollegin wohl keine weiteren Pflichtverteidigungen mehr erhalten. Beispiele sind bekannt, Namen werden aus Gründen der Diskretion nicht genannt).

    10. Juni 2014 @ 18:22
  2. Reaktion von Rechtsanwalt Dietrich:

    Nicht nur die Dankbarkeit, sondern auch die Sitzstärke von geübten Pflichtverteidigern ist manchmal bemerkenswert.

    http://www.strafrechtsblogger.de/sitzstarker-pflichtverteidiger/2013/05/

    10. Juni 2014 @ 20:03
  3. Pingback from Wochenspiegle für die 24. KW., das waren die (Fach)Anwaltsrobe, Fluchtgefahr in der EU und Flipflops - JURION Strafrecht Blog:

    […] eine Frage an die Pflichtverteidigerin, […]

    15. Juni 2014 @ 10:34
  4. Pingback from Der Strafverteidiger als Bittsteller | Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille:

    […] Es ist nicht auszurotten, die Angewohnheit mancher Kollegen, statt Anträge zu stellen, Bitten zu äußern. […]

    16. März 2016 @ 15:13
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