Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille - Schlaglichter aus dem Leben der Berliner Strafverteidiger und Berichtenswertes aus Sicht eines Anwaltes

Eingang – Ausgang

Parkhaus MoabitImmer wenn ich dieses Werk sehe (Justitia, 1983, Ludmilla Seefried-Matejkowa) komme ich ins Grübeln.

Wie viel Einfluß habe ich auf die Hand, die die Käfige freigibt? Direkt unter dem Kunstwerk ist die Eingangskontrolle. Die kleine rote Karte habe ich mit den Richtern und Staatsanwälten gemein. Im Saal eint uns die Farbe der Robe, deren Besatz jedoch die Funktionen unterscheidet.

Ich möchte nicht mit ihnen tauschen!

Verteidiger, welch eine wundervolle Berufung! Ich bin nur an Gesetz und Recht gebunden, nicht an Weisungen. Ich bin unabhängig und habe die gewaltige Klaviatur der Strafprozeßordnung im Koffer; Zugang zu Datenbanken, moderne Hilfsmittel, von denen mancher Richter und Staatsanwalt nur träumen kann oder aus eigener Tasche bezahlt.

Eine faire Entscheidung nach hartem Kampf. Welch eine Freude! Der Käfig gibt den Mandanten frei. Die ungerechten Entscheidungen zu Gunsten meiner Mandanten erstaunen mich manchesmal, die ungerechten Entscheidungen zu Lasten der Mandanten sind schwer erträglich – hatten die Hände die Gicht?

Kategorie: Allgemein Geschrieben: Montag, 19.03.2012 um 09:02 von | Comments (1)

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Ein Kommentar

  1. Reaktion von RA Tank:

    Hmmm… ich habe vor einigen Wochen aus gegebenem Anlass mit meiner Frau über den Beruf des Strafverteidigers gesprochen und ich kam für mich zu dem Ergebnis, dass es ein sehr deprimierender Beruf ist, weil das Instrumentarium begrenzt ist und die Gegenseite meist ganz gelassen abwarten kann, weil i.d.R. die Zeit für sie arbeitet.

    Ich meine, dass wenn man sich z.B. die „Erlebnisse“ des Kollegen Vetter oder dessen Urlaubsvertretung RA Hoenig auf lawblog.de durchliest, so meine ich als roten Faden einen Kampf gegen Windmühlen (Don Quijote) erkennen zu können?

    Vielleicht aber auch nur ein subjektiver Eindruck auf Grund persönlicher Betroffenheit ….

    19. März 2012 @ 17:30
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