Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille - Schlaglichter aus dem Leben der Berliner Strafverteidiger und Berichtenswertes aus Sicht eines Anwaltes

Bankrotterklärung der Friedensbewegung

Bild Knüppel im SackWie macht man Kinder fit für die Zukunft?

Beispielsweise, indem man ihnen in geschützten Räumen, wie der Familie, dem Freundeskreis, der Schule, Gelegenheit gibt, sich mit anderen Ansichten auseinander zu setzen.

Ansonsten laufen sie Gefahr, zum Opfer der Protagonisten rechter oder linker Gewalt zu werden.

dpa-Nachricht vom 08.05.2013:

Aachener Friedenspreis geht an „Schulen ohne Bundeswehr”

Der Aachener Friedenspreis 2013 geht an drei Schulen, die der Bundeswehr Werbeveranstaltungen und Auftritte im Unterricht untersagen. Die drei Schulen in Düsseldorf, Berlin und Offenbach seien die ersten gewesen, die angesichts der verstärkten Werbung der Bundeswehr entsprechende Schulkonferenzbeschlüsse gefasst hätten.
Quelle: Aachener Zeitung web-de v. 08.05.2013

Drei deutsche Schulen werden dafür ausgezeichnet, daß sie die Wahrnehmung von Bildungs-Chancen verweigern. Die Message für die Kids ist klar: „Lehrer und Eltern halten die Bundeswehr für schlecht. Die Wahrnehmung in den Medien ist gegenteilig.“ Glaubt jemand wirklich, die Autorität des Mehrheitsbeschlusses der Eltern und Lehrer reicht aus, Meinung zu bilden?

Was werden die Kinder wohl denken, wenn sie bspw. diesen Beschluß der Käthe-Kollwitz-Schule in Offenbach lesen:

„Wir wollen nicht, dass unsere Schülerinnen und Schüler für einen Krieg gegen andere Völker rekrutiert werden. Und wir wollen auch nicht, dass sich die Bundeswehr als friedensschaffende Kraft anpreisen kann.”

Wie geht man an den Schulen wohl mit Soldaten-Kindern um? Sicherlich werden diese Eltern die Chance nutzen, ihre Kinder und deren Freunde an einen Standort einzuladen und ihre Arbeit darzustellen.

Kategorie: Allgemein,Editor's Choice Geschrieben: Mittwoch, 08.05.2013 um 13:11 von | Comments (5)

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5 Kommentare

  1. Reaktion von le D:

    LiKo Jede,

    eine Auseinandersetzung mit den Berufsbildern der Bundeswehr (und auch der Bundeswehr und ihren Einsätzen selber) kann auch erfolgen, ohne dass eine Werbeplattform (im Zweifel mit Anwesenheitszwang, weil Schulzeit) geboten wird.

    Und dass die Bundeswehr angesichts ihrer durchaus gut gemachten, aber nach meinem Eindruck zu schönfärberischen, Werbekampagne Kontra bekommt und nicht überall mit offenen Armen empfangen wird, finde ich nicht verkehrt.

    kollegiale Grüße
    le D

    8. Mai 2013 @ 14:03
  2. Reaktion von RA Jede:

    Die Begrifflichkeit Werbeplattform wird von der Bundeswehr ausdrücklich verneint. Aber darum geht es mir nicht. Anstatt den Jugendoffizier einzuladen, ihm zuzuhören und zu diskutieren, erteilt man „Hausverbot“. Man kann viel machen, man macht aber nicht. Wenn ich in Klassen gehe und über das Berufsbild des Rechtsanwaltes spreche, ist das wohl auch Werbung. Aber eine Chance für die Schüler und den Anwalt, Argumente auszutauschen. Mit dem Fachmann und nicht dem Alles-Besser-Wisser.

    8. Mai 2013 @ 14:33
  3. Reaktion von baer-x:

    Wir hatten in der Schule (11. Jahrgang ca. 1990) auch so einen Bundeswehrmanager in unserer Schule. Der liess sich auf keine Diskussion ein und wollte auch nichts kritisches hören.
    Da ging es nur darum, wie toll die BW sei und dass wir sie und die Nato gegen den bösen Ostblock brauchen.
    Also trifft das Wort Werbung das Ganze schon recht genau.
    In der Oberstufe mag das noch Sinn machen, aber nur wenn die Schüler vorher darauf vorbereitet werden und gegenanstinken können. Das wäre dann die Unterrichtseinheit “ Wie wehre ich mich gegen retorisch geschulte Demagogen“.

    8. Mai 2013 @ 16:10
  4. Reaktion von RA Jede:

    Genau das meine ich! So muß man damit umgehen! Sorgfältige Vorbereitung im Unterricht und Kontrolle des Vortrages durch den Lehrer. Das macht aber Arbeit und ist der Erziehungsauftrag der Schule. Stattdessen wird nicht nur der Jugendoffizier ausgesperrt, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Rolle der Bundeswehr in unserer Gesellschaft.

    Ein anderes Beispiel: Es gibt Abgeordnete, die sich den Diskussionen in der Schule stellen. Nur die Vertreter etablierter Parteien einzuladen ist kontraproduktiv. Richtig ist allein, auch die „Gegner“ unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung einzuladen und sich mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen. Die Schüler haben sowieso Kontakt mit diesem Gedankengut. Nach einer solchen gut vorbereiteten Veranstaltung sind sie besser gewappnet.

    9. Mai 2013 @ 12:36
  5. Pingback from Hochwasser, Bundeswehr und Aachener Friedenspreis | Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille:

    […] Der Aachener Friedenspreis 2013 geht an drei Schulen, die der Bundeswehr Werbeveranstaltungen und Auftritte im Unterricht untersagen. Siehe den Beitrag Bankrotterklärung der Friedensbewegung […]

    18. Mai 2014 @ 14:46
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