Dr. Schmitz & Partner – Hauspostille - Schlaglichter aus dem Leben der Berliner Strafverteidiger und Berichtenswertes aus Sicht eines Anwaltes

Anwaltsschwemme

Bei mir schlug eine Anfrage auf:

Als letzte Zulassungsvoraussetzung fehlt mir noch die Bescheinigung eines Anwaltspraktikums, daher suche spontan noch einen Platz. Wegen der Beanspruchung durch die Examensvorbereitung wäre ich nicht unaufdringlich und würde Sie nicht übermäßig mit Arbeitswünschen belästigen.

Wetten, der wird Anwalt? Er wird ca. drei Monate nach dem Examen feststellen, daß die Noten für einen künftigen Richter oder Staatsanwalt nicht ausreichen und auch andere Dienstherren nicht auf ihn gewartet haben. Seine Deutschkenntnisse werden sich nicht verbessert haben. Das Sozialamt wird ihm dann wohl die Robe bezahlen.

Kategorie: Berufsrecht,deutsch Geschrieben: Dienstag, 23.07.2013 um 13:49 von | Comments (6)

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6 Kommentare

  1. Reaktion von Malte:

    … „wäre ich nicht unaufdringlich“

    übersetzt heisst das doch: „wäre ich aufdringlich“

    23. Juli 2013 @ 14:31
  2. Reaktion von RA JM:

    Naja, und dann kann er Beratungshilfemandate bearbeiten, pro Fall knapp 100.- Teuro. Davon fünf pro Tag an fünf Tagen in der Woche, das Ganze 4,3 Mal pro Monat – was will man mehr. 😉

    23. Juli 2013 @ 16:11
  3. Reaktion von RA Jede:

    Wenn er fünf Beratungshilfemandate am Tag auf Dauer bearbeiten kann: Bitte bei mir bewerben! Dann ist der Bewerber richtig gut!

    23. Juli 2013 @ 16:40
  4. Reaktion von Ceviri Bürosu:

    Ich finde die Kurzbewerbung sehr gelungen, er hat sein Anliegen ohne Umwege auf den Punkt gebracht und sagt auch noch, dass er nicht nerven wird. Sicher wird er Anwalt, was sonst:)

    23. Juli 2013 @ 18:15
  5. Reaktion von Daniel:

    Ach, wenn der Vollspaten seine „Bewerbung“ nochmal gelesen hätte, bevor er sie abschickt, wäre sie ganz gut und eigentlich nach Deinem Geschmack. Und klar wird der Anwalt. Ich hab ne Stellenanzeige vom Landesdenkmalamt gelesen: Die suchen einen promovierten Juristen mit zwei mal 12 Punkten (kein Scherz) für ihren wahnsinnig spannenden Aufgabenbereich voller Herausforderungen. Und zum Dank bekommt man dort wahrscheinlich das Salär eines Grundschullehrers und muss Filterkaffeeplörre saufen… bis zum Ruhestand. Ich warte lieber noch, bis der Abu-Chaka Clan einen Consiglieri sucht 😉

    23. Juli 2013 @ 21:20
  6. Reaktion von Leo Benz:

    Dieser Mann wird natürlich Anwalt. Wegen mangelnder Erfolgsaussichten in anderen Bereichen, ist ihm die „Qualifizierung“ als „Fachanwalt für Bank- und Kapitalanlagerecht“ zu empfehlen.
    In diesem Bereich sind die Mandanten noch so naiv, dass Sie dem Anwalt blind in jeden Prozess folgen. Da der Anwalt immer gewinnt (im Bezug auf das Honorar, unabhängig vom Prozessausgang) ist dieser Bereich noch eine zeitlang sehr einträglich für derart qualifizierte Personen. Das mit der deutschen Sprache fällt in diesem Bereich auch nicht so auf.

    15. Dezember 2013 @ 18:41
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